Gesamtschweizerische Strategie gegen Armut und sozialen Ausschluss: Ein wichtiger Fortschritt und eine Strategie, die zusammen mit betroffenen Personen verbessert werden muss
Medienmitteilung vom 31. März 2010
Während der ganzen Dauer wurden betroffene Personen befragt, innerhalb von Organisationen, in denen Armutsbetroffene zu Wort kommen. ATD Vierte Welt hat diese Befragung koordiniert. Diese Personen haben das Kapitel des Berichtes mit dem Titel "Anliegen von Armutsbetroffenen" erarbeitet und haben mehrere Vorschläge mitbeeinflusst. Es ist das erste Mal, dass ein eidgenös-sischer Bericht anerkennt, dass diese Personen nicht nur einen besonderen Beitrag leisten, sondern wichtige Akteure im Kampf gegen Armut sind.
Der Bericht macht interessante Vorschläge. Er respektiert jede Person mit ihrer Lebensgeschichte, beginnend mit der Kindheit und dem Recht auf Erziehung und betrachtet auch die Zeit der Jugend mit dem Recht auf Ausbildung. Er betont die Wichtigkeit der Familie und will den Zugang zu den anerkannten Rechten für alle verbessern. Er stärkt den Auftrag der Sozialarbeit und die Rolle der Mediatoren. Aber er ist weit davon entfernt, eine globale Strategie vorzu-schlagen, die es allen Menschen erlaubt, in Würde und mit den notwendigen Ressourcen zu leben. Jeder muss einen Beitrag an die Gesellschaft leisten können, in erster Linie durch eine anerkannte Arbeit. Es braucht auch einen gerechten Zugang zu den Gesundheitsdiensten und zum Recht auf eine menschenwürdige Wohnung. Zentrale Fragen, wie die Platzierung von Kindern aufgrund von Armut oder den Kampf gegen Illettrismus werden in diesem Bericht nicht erwähnt
Schlussendlich schlägt dieser Bericht kein Instrument vor, das eine glaub-würdige und koordinierte Aktion der verschiedenen Akteure im Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung erlauben würde. (das heisst: die Eidgenos-senschaft, die Kantone, die Städte und die Gemeinden, die sozialen Partner, die NGO’s und die Armutsbetroffenen.) Die im Herbst vorgesehene nationale Armutskonferenz muss sich zum Ziel setzen, ein solches Instrument zu schaffen.
AvenirSocial und Amnesty International und ATD Vierte Welt haben alle betroffenen NGO’s eingeladen, sich am 6. Mai 2010 zu treffen, um über die Verbesserung dieser Strategie zu debattieren, damit der Kampf gegen die Armut und den sozialen Ausschluss zu einer wahren Priorität für die Zukunft der Schweiz werden kann.
Medienkontakt Deutschschweiz: Claudia A. Meier, 079 350 75 74
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